Was bedeutet Corona für Lymphom-Patienten?

Ein Thema ist zurzeit in aller Munde: Corona. Seit einiger Zeit ist das Virus auch in Deutschland angekommen und deswegen sollte jeder entsprechende Vorsichtsmaßnahmen befolgen – ohne dabei in Panik zu verfallen. Doch was ist Corona überhaupt genau? Was bedeutet es für Menschen mit einem Lymphom und für deren Therapie?

Was ist Corona?

Corona ist der umgangssprachliche Begriff für COVID-19 (Coronavirus Disease 2019). Ausgelöst wird diese Erkrankung durch das Coronavirus SARS-CoV-2, welches hauptsächlich über Tröpfcheninfektion übertragen wird, wie beim Niesen und Husten. Es sind aber auch Infektionen über kontaminierte Oberflächen möglich. Die Inkubationszeit – die Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen – beträgt in durchschnittlich vier Tage.

Corona kann schwere Atemwegserkrankungen verursachen – muss aber nicht. Der Krankheitsverlauf ist sehr variabel. Viele Infektionen verlaufen mild und manchmal sogar symptomlos. Treten Symptome auf, dann sind es oft die typischen einer Atemwegserkrankung wie Halskratzen, trockener Husten, Schnupfen  und Fieber. Es sind aber auch schwerere Verläufe möglich, die teilweise auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Diese schweren Fälle treten meist bei den Risikogruppen auf. Dazu zählen ältere Menschen (über 60 Jahre) oder Personen mit Vorerkrankungen der Lunge, des Herz-Kreislauf-Systems oder der Leber. Auch Menschen mit Diabetes, einem geschwächten Immunsystem oder Krebserkrankungen gehören dieser Gruppe an.

 

Sind Lymphom-Patienten bei Corona besonders gefährdet?

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass sich krebskranke Menschen häufiger mit Corona infizieren als gesunde. Das liegt daran, dass es sich um eine neue Erkrankung handelt und noch niemand Antikörper gegen dieses Virus besitzt.

Krebspatienten gehören wie ältere Menschen und Menschen mit Begleiterkrankungen zur Risikogruppe für eine Infektion mit Corona. Besonders gefährdet sind Lymphom-, Leukämie- und Myelom-Patienten. Diese Patienten haben durch ihre Erkrankung ein geschwächtes Immunsystem sowie wenig weiße Blutkörperchen und Antikörper im Blut und sind deswegen anfälliger für eine Infektion und einen schwereren Verlauf. Zusätzlich kann die Krebstherapie zu einer weiteren Schwächung des Immunsystems führen. Beispiele dafür sind eine  langfristige Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. Kortison-ähnliche Medikamente), eine  Stammzelltransplantationen oder andere zelluläre Therapien wie die CAR-T-Zell-Therapie. Der Krebsinformationsdienst empfiehlt deswegen, sich besonders an die Vorsichts- und Hygienemaßnahmen zu halten und so das Infektionsrisiko zu minimieren.

 

Sollte die Therapie in Zeiten von Corona verschoben werden?

Die aktuelle Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) ist, dass geplante Krebstherapien nicht verschoben werden sollen. Trotzdem sollte der persönliche Nutzen in Relation zu dem möglichen Schaden gesetzt werden, denn für die meisten Lymphom-Patienten ist der Nutzen der Therapie größer als das Risiko einer Corona-Infektion.

Ausnahmen bilden Patienten, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten und so bereits eine erhöhte Infektionsgefahr aufweisen. In diesem Fall sollten Patient und Arzt die Situation gemeinsam abwägen und über eine mögliche Verschiebung der Therapie individuell entscheiden. Auch bei Patienten mit einer chronischen und gut kontrollierten Krebserkrankung ist eine Verschiebung möglich.

 

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind für Lymphom-Patienten sinnvoll?

Sie sollten folgende – vom Robert-Koch-Institut und dem Bundesgesundheitsministerium empfohlenen – Vorsichtsmaßnahmen beachten:

  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände: mindestens 20 Sekunden mit Seife und alle 1-1,5 Stunden. Eine Anleitung und weitere Tipps finden Sie hier: https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/.
  • Fassen Sie sich möglichst wenig ins Gesicht. Dadurch können die Viren nicht so leicht zu den Schleimhäuten gelangen.
  • Vermeiden Sie Körperkontakt wie Händeschütteln und Umarmungen und halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Menschen.
  • Meiden Sie Menschen mit Krankheitssymptomen.
  • Niesen/Husten Sie in Ihre Armbeuge oder ein Papiertaschentuch, das Sie danach in einen Mülleimer mit Deckel entsorgen.
  • Vermeiden Sie Menschenmengen wie in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Veranstaltungen.
  • Wenn möglich, arbeiten Sie von zu Hause und reduzieren Sie persönliche Kontakte auf das Nötigste. Telefon oder Internet bieten hier gute Alternativen.
  • Lassen Sie sich wichtige Dinge von Bekannten oder Lieferdiensten bringen. Diese sollten die Einkäufe am besten vor der Tür abstellen, klingeln und sich zwei Meter entfernen.
  • Vermeiden Sie unnötige Arztbesuche und kontaktieren Sie Ihren Arzt telefonisch. Das reduziert die Infektionsgefahr.
  • Fragen Sie Ihren Arzt, ob für Sie eine Pneumokokken- oder Grippe-Impfung sinnvoll ist.
  • Bemerken Sie bei sich Symptome, die auf eine Corona-Infektion hindeuten könnten, rufen Sie Ihren Hausarzt an. Das gilt auch, wenn in Ihrer näheren Umgebung Fälle von Corona bekannt werden. Falls ein Verdacht besteht oder Sie sich wirklich angesteckt haben, informieren Sie auch Ihren Onkologen für eine Abstimmung der weiteren Behandlung.

 

Auf welche seriösen Informationen können Sie sich verlassen?

Die aktuelle Lage ist ungewohnt und ständig gibt es neue Informationen. Doch welchen Quellen können Sie trauen? Auf den folgenden Seiten erhalten Sie zuverlässige Neuigkeiten zu Corona und relevante Informationen für Krebspatienten:

 

 

Quellen:

https://ecpc.org/news-events/ecpcs-communication-about-cancer-and-covid-19/

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

https://www.infektionsschutz.de/haendewaschen/

https://www.dgho.de/publikationen/stellungnahmen/gute-aerztliche-praxis/coronavirus/covid-19-krebspatienten-20200318.pdf

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111085/Krebserkrankungen-und-Krebstherapien-waehrend-der-Corona-Pandemie

https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/2020/news012-coronavirus-ansteckungsgefahr-bei-krebs.php