Persönliches Budget – Chance für ein selbstbestimmtes Leben

Menschen mit einer Behinderung oder mit einer chronischen Krankheit haben seit 2008 einen Rechtsanspruch – festgeschrieben im Sozialgesetzbuch als „Persönliches Budget“ – auf Leistungen zur „Teilhabe“ (notwendige Sozialleistungen wie zum Beispiel medizinische Rehabilitation). Diesem Anspruch kann in Form von Dienst oder Sachleistungen Genüge getan werden. Es soll die Betroffenen – dazu gehören auch Krebspatienten mit gesundheitlich bedingten Einschränkungen (Behinderung) – in die Lage versetzen, die Hilfsleistungen, die sie benötigen, unmittelbar als Direktzahler „einzukaufen“.

Mit dem Persönlichen Budget können Menschen mit Behinderungen somit selbst entscheiden, welche Hilfen sie wann, wie und durch wen in Anspruch nehmen und erhalten somit ein höheres Maß an Selbstbestimmung. Budgetfähig sind dabei Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Der Anspruch auf Leistungen in Form des Persönlichen Budgets besteht unabhängig davon, wie schwer die Behinderung ist.

Das Persönliche Budget wird üblicherweise am Monatsanfang für den gesamten Monat in Geld ausgezahlt und hat eine Mindestlaufzeit von sechs Monaten. Eine Ausnahme sind  Leistungen der Pflegeversicherung, die als Gutscheine ausgegeben werden: Diese können aber nur bei Pflegediensten eingelöst werden, die einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen haben, also von diesen zugelassen sind.

Beim „Persönlichen Budget“ können verschiedene Leistungsträger beteiligt sein. Dazu gehören die gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, die Bundesagentur für Arbeit, die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung, die Träger der Kriegsopferfürsorge, die Jugend- und Sozialhilfeträger sowie die Integrationsämter.

Um das Budget zu erhalten, muss der Antrag bei einem Leistungsträger oder  trägerübergreifend bei zwei und mehr Leistungsträgern oder auch bei der gemeinsamen Reha-Servicestelle gestellt werden, die im Internet unter www.reha-servicestellen.de zu erreichen ist.

Weiterführende Informationen gibt es unter www.einfach-teilhaben.de, www.pflege-deutschland.de, beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, bei der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) sowie dem „Kompetenzzentrum Persönliches Budget, der Paritätische“ unter www.budget.paritaet.org.

Quelle: N. Bauschert, M. Welp, C. Vetter, Hilfen für Arbeitnehmer in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung (Broschürenreihe Den Alltag trotz Krebs bewältigen), Herausgeber: Roche Pharma AG, © WORTREICH GIK mbH, 15. Auflage 2018.