Neue Orientierung finden

Schön, wenn Leistungsfähigkeit und Kräfte nach der Krebstherapie zurückkehren. Doch die Diagnose „Krebs“ bringt bei vielen Betroffenen die gesamte Lebensplanung durcheinander – nichts ist mehr so, wie es früher war. Für viele Lymphompatienten ist die Zeit der Therapie Anlass, über ihr Leben nachzudenken und sich Fragen wie diese zu stellen:

  • Habe ich mein ganzes Leben lang nur gearbeitet?
  • War ich in erster Linie für andere da und habe ich eigene Bedürfnisse oft zurückgestellt?
  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Welche sozialen Kontakte oder Hobbys habe ich aus Zeitmangel vernachlässigt?

Schon früh haben wir gelernt, dass zuerst die Arbeit und dann das Vergnügen kommt. Als viel beschäftigte Menschen möchten wir im Beruf und in der Familie eine Stütze sein und rund um die Uhr „funktionieren“. Viele Menschen sind so mit ihren Alltagspflichten beschäftigt, dass sie nach und nach das Gefühl für sich selbst verlieren und nicht mehr wissen, was sie wirklich froh macht. Eine schwere Erkrankung kann Anlass sein, Bilanz zu ziehen und sich neu zu orientieren. Denken Sie einmal darüber nach, aus welchen Bereichen Sie am meisten Freude schöpfen: Familie, Freunde, Beruf, Hobbys?

Notieren Sie sich, was Ihnen Spaß macht: Mit Freunden kochen, malen, Ihre Lieblingszeitschrift lesen, Musik hören, Kinder beim Spielen beobachten, Walken mit der Sportgruppe, Fotografieren, die Wohnung verschönern, sich ein Bad mit einem angenehm duftenden Zusatz gönnen, ins Kino gehen, Reisen, Kontakte pflegen, eine Fremdsprache lernen, Klavier spielen ... Schreiben Sie auf, was bisher zu kurz gekommen ist und wie und mit wem Sie in Zukunft Ihre Zeit verbringen möchten. Die Liste dieser angenehmen Tätigkeiten kann Ihnen eine Hilfe sein, wenn es Ihnen einmal nicht so gut geht und Sie eine Aufmunterung benötigen. Gönnen Sie sich jeden Tag ein „kleines Glück“.