Entspannung – Die Seele ins Gleichgewicht bringen

Die bedrohliche Diagnose seelisch zu verarbeiten, ist mindestens genauso anstrengend wie die medizinische Krebstherapie. Wenn Sie die Akuttherapie gerade hinter sich haben oder sich noch in Behandlung befinden, ist es wichtig, dass Sie liebevoll mit Ihrem Körper und Ihrer Seele umgehen, um wieder Kraft zu schöpfen. Sie können eine ganze Menge für sich selbst tun!

Entspannung fördert die Lebensfreude

Die seelische Verarbeitung einer Krebserkrankung führt oft zu starker innerer Anspannung. Entspannungstechniken wie autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga und Atemübungen helfen, den Stress abzubauen und Lebensfreude und Optimismus zu wecken. Volkshochschulen, Krankenkassen und manche Selbsthilfegruppen bieten entsprechende Kurse an.

Bloggerin Susanne Golnick ist selbst betroffen und möchte andere Patienten dazu ermutigen, Selbsthilfegruppen und ähnliche Angebote wahrzunehmen:

„Diese Angebote kosten einen nichts. Das ist ganz wunderbar: Hingehen, nutzen und auf sich aufpassen. Ich glaube, dass man sich diese Einstellung erst erarbeiten muss, aber nach meiner Erfahrung ist sie die halbe Miete.“

Mehr zu Susanne Golnicks Gedanken und Erfahrungen, die Sie mit der Diagnose „follikuläres Lymphom“ gesammelt hat, können Sie in ihrem Interview lesen.

Sprechen Sie mit Menschen Ihres Vertrauens über Ihre Erkrankung und Ihre Ängste. Falls Sie Ihre Gefühle nicht so gut in Worte fassen können, bieten unterschiedliche Therapieformen aus Musik, Tanz oder Kunst eine sehr gute Möglichkeit für Sie, Ihre Sorgen, auszudrücken.

Kreative Krankheitsbewältigung

Es gibt viele Arten, um sich zu entspannen und Kraft zu tanken. Im Rahmen einer Lymphomerkrankung werden spezielle Therapien angeboten, um die Krankheit auf verschiedenen Wegen verarbeiten zu können. Die Schwierigkeit liegt für die meisten bei der Überwindung, ihre Gefühle auf kreative Weise herauszulassen. Unter professioneller Anleitung, zum Beispiel im Rahmen einer Rehabilitation, fällt es oftmals leichter, sich neu zu finden. 
Bei der Musik-, Tanz- oder Kunsttherapie lassen sich Emotionen auch ohne Worte verarbeiten. Dadurch haben Betroffene die Möglichkeit, einen eigenen Rhythmus und Tempo zu entwickeln. Beispielsweise kann beim Tanzen der eigene Atem bewusst wahrgenommen und somit das Gefühl für den eigenen Körper gestärkt werden. Hierbei wird unter anderem auch der Tumormüdigkeit, der sogenannten Fatigue, entgegengewirkt. Im Bereich Kunst kann das Unterbewusstsein angeregt werden, um Ängste zu verarbeiten.

Kreativ sein

Sich mal in ganz anderen Situationen auszuprobieren, kann durchaus positive Gefühle wachrufen. Bereits durch kleine Aktivitäten schaffen Sie Lebensqualität. Lesen Sie mehr über die kreative Auseinandersetzung mit der Erkrankung: im Experteninterview berichtet Professor Hiddemann aus München, warum dies unterstützend sein kann.

Körperpflege und Kosmetik für mehr Selbstvertrauen

Tun Sie etwas für Ihr Äußeres, das ist gut für Ihr Selbstvertrauen. Pflegen Sie Ihre Haut, probieren Sie vielleicht ein neues Make-up oder gönnen Sie sich einen Besuch bei einer Kosmetikerin. Für Sie und Ihre Gesundheit ist es nur positiv, wenn Sie sich und Ihr Aussehen mögen.