Das Vertrauen in den Arzt stärken

Das Gespräch mit dem Arzt stellt viele Lymphompatienten vor eine Herausforderung. Oft benötigen sie Zeit, um sich dem Arzt anzuvertrauen und Zeit ist häufig ein knappes „Gut“. Zu einem effektiven Gespräch tragen viele verschiedene Faktoren bei. Dazu gehören unter anderem, ob alle Fragen des Patienten beantwortet werden. Ein gutes Gespräch ist maßgeblich für das Vertrauen zwischen Arzt und Patient. 

Für den Arzt gehören Gespräche über Diagnose und Therapie bei Lymphomerkrankungen zum Arbeitsalltag. Bei Patienten sieht das anders aus: Gerade wenn es um die Klärung von Unsicherheiten geht, hat jeder Patient andere Erwartungen, Ziele und Absichten. Der Arzt muss sich demnach bei jedem Gespräch auf die individuelle Vorstellung und Realität des jeweiligen Patienten einstellen. Was Sie bei Gesprächen mit Ihrem Arzt beachten sollten, um diese für Sie möglichst effektiv zu gestalten, wird im Folgenden näher beleuchtet.

1. Offenheit ist das A und O!

Wenn Ihnen als Patient eine ganzheitliche Ärztesicht auf Ihre Erkrankung wichtig ist und Sie eine Basis für einen vertrauensvollen Umgang erreichen möchten, sollten Sie sich eines bewusst machen: Seien Sie möglichst offen. Informieren Sie Ihren Arzt über Ihre Gewohnheiten, Laster, aber vor allem auch Medikamenteneinnahmen, auch in Bezug auf homöopathische oder pflanzliche Präparate. Diese können durch Wechselwirkungen erheblichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. 

Auch unser Experte PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer betont, wie wichtig es ist, dass Sie als Patient ehrlich und offen zu Ihrem Arzt sind:

„Nur wenn Patienten ehrlich sind, kann der Arzt sie gut und umfassend in allen Hinsichten der Erkrankung beraten. Wenn Patienten sich über die Erkrankung informieren und verstehen, was in ihrem Körper passiert, steigt ihre sogenannte Selbsthilfekompetenz. Konkret bedeutet das, sie übernehmen mehr Verantwortung für sich und bleiben ihrer Therapie treu.“

Lesen Sie mehr über einen erfolgreichen Arzt-Patienten-Umgang und die gemeinsame Entscheidungsfindung nach einer Diagnose in unserem Experten-Interview mit PD Dr. med. Rüffer.

2. Es gibt keine dummen Fragen!

Selbst bei Ängsten und Unsicherheiten – machen Sie sich vor dem Gespräch mit Ihrem Arzt Gedanken über Ihre eigenen Bedürfnisse und Ziele und sprechen Sie Ihre Anliegen an! Eine Begleitperson kann Ihnen möglicherweise mehr Sicherheit und Selbstvertrauen geben, persönliche Dinge anzusprechen. Möglicherweise fällt Ihrer Begleitperson auch eine Frage ein, auf die Sie selbst nicht gekommen wären.

3. Notizen zur Stütze!

Nervosität und die begrenzte Zeit beim Gespräch können dazu beitragen, dass man schnell hektisch wird, Informationen nicht richtig verarbeitet und Fragen vergisst, die man dem Arzt dringend stellen wollte. Abhilfe schafft hier ein Zettel mit notierten Fragen, die Sie in Ruhe vor dem Gespräch erstellen. Das kann Ihnen eine Stütze sein.

Unser Experte PD Dr. med. Jens Ulrich Rüffer verrät:

„Ask3“ sind drei Fragen, die laut einer amerikanischen Studie im Beratungsgespräch mit Ihrem Arzt besonders ergebnisorientiert sind:
1. Was ist mein Problem?
2. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
3. Welche Vor- und Nachteile habe ich, wenn ich eine bestimmte Behandlungsalternative wähle?