In Bewegung mit Lymphom

Lesen Sie hier Ausführliches zum Thema Sport, Gesundheit und Wohlbefinden. Insbesondere werden Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie, mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom sowie mit follikulärem Lymphom angesprochen.
  

Die Kraft der Bewegung

Bewegung hat viele Vorteile – es stärkt das Immunsystem, hält fit, bringt neuen Mut und begünstigt die gesundheitliche Verfassung. Doch sportliche Bewegung während oder nach der Lymphomtherapie wird häufig als Last oder Anstrengung empfunden. Patienten wissen oft nicht, welche Bewegungen sich bei einer Lymphomerkrankung eignen.  

Bewegung als individuelle Herausforderung zu sehen, kann manche Patienten motivieren, sich selbst in erkranktem Zustand zu Sport anzutreiben. Andere widerum lassen sich schnell entmutigen. Gerade, wenn es darum geht, den Arzt über die Aktivitäten zu informieren, scheuen sich viele Patienten die Wahrheit zu sagen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie durch Bewegung und leichten Sport den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen, da dieser erheblich zur Steigerung des Wohlbefindens beiträgt. Wenn der Arzt Ihnen Bewegung empfiehlt, geht es nicht darum, Sie zu belehren, sondern Sie zu motivieren und zu stärken.

Gemeinsam die „richtige“ Bewegung finden

Ihr Arzt ist in erster Linie als Experte für Ihre Erkrankung da. Um Sie unterstützend, also supportiv zu beraten, bringt es Ihnen persönlich nur Vorteile, wenn Sie ehrlich über Ihre Gewohnheiten bzw. Bewegung berichten – auch, wenn Sie keinerlei Interesse an sportlichen Aktivitäten haben. Beginnen Sie, sich selbst darüber klar zu werden und ehrlich zu sagen, wie es um Ihre Bewegung im Alltag steht. Denn nur dann kann Ihr Arzt Empfehlungen aussprechen, die auf Ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Somit brauchen Sie keine Angst zu haben, überlastet zu werden. Durch Ihr Recht an aktiver Mitsprache können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die für Sie „richtige“ Bewegung finden. Denn Bewegung entspricht keinem Standard – sie ist individuell.

Tipps für Bewegungsmuffel

Auch Bewegungsmuffel können etwas tun – ohne sich überfordert zu fühlen. Sie können Bewegungen im Alltag integrieren, indem Sie zum Beispiel Treppen statt den Aufzug nehmen. Sind Sie oft mit dem Auto unterwegs? Probieren Sie einmal öffentliche Verkehrsmittel, um von A nach B zu kommen – im Idealfall sogar das Fahrrad. Selbst in Warteschlangen an der Kasse können Sie mit Übungen Ihre Muskeln an- und wieder entspannen. Dies eignet sich besonders für Wade, Bauch, Arme oder Po. Verknüpfen Sie die Aktivität mit einem positiven Erlebnis. Wichtig ist, dass das positive Erlebnis unmittelbar nach der Bewegung und am Anfang regelmäßig stattfindet. Bereits nach kurzer Zeit werden Sie die Aktivität mit dem positiven Gefühl verbinden, das Sie sich „antrainiert“ haben. Sprechen Sie Ihren Arzt darauf an – er kann Ihnen wichtige Hinweise und Tipps zur Umsetzung geben.

Das Immunsystem stärken trotz Lymphom

Unser Immunsystem übernimmt die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. So sind wir vor Eindringlingen von außen meist gut geschützt. Doch gerade Lymphompatienten sollten bestimmte Dinge über ihr Immunsystem wissen.  

Das Immunsystem ist der Abwehrmechanismus, der den ganzen Körper gesund erhalten soll. Deshalb ist das Immunsystem nicht auf einzelne Bereiche begrenzt: Haut und Schleimhäute stellen die äußere Schutzbarriere des Körpers dar, spezielle Immunzellen kümmern sich um die Abwehr im Körperinneren. Sie können Gifte unschädlich machen und Eindringlinge entsorgen. Doch sie wirken nicht nur gegen körperfremde Gefahren: Das Immunsystem kann auch körpereigene Zellen eliminieren, die unkontrolliert wachsen wie Krebs- oder Tumorzellen. Allerdings können auch Immunzellen selbst erkranken, wie es bei Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) der Fall ist.

Immunstimulierende Therapien: Bei Lymphomen ungeeignet

Bei vielen Krebsarten hilft es, das Immunsystem zu stärken: So kann es den Krebs besser bekämpfen. Deshalb greift man oft zu Therapien, die das Immunsystem stimulieren, wie die Zytokintherapie. Hier nutzt man Botenstoffe, die auch das körpereigene Immunsystem selbst verwendet, um Immunzellen zu aktivieren oder auch deren Aktivität zu erhöhen. Dadurch lässt sich, wie Studien belegen, die Körperabwehr anregen, lenken oder wieder stärken. Im Falle eines NHL hieße diese Stärkung jedoch eine Stärkung des Lymphoms und könnte das Tumorwachstum beschleunigen. Deshalb raten Spezialisten bei Lymphomen von einer solchen Immunstimulierung ab.

Den Körper sanft unterstützen

Auch zu vermeiden ist der Einsatz immunstimulierender Naturpräparate: Darunter fallen zum Beispiel Mistel-, Thymus- oder andere Therapien mit Heilkräutern. Deren Wirkung ist zwar nicht eindeutig belegt, jedoch wäre diese bei Lymphomen nicht hilfreich. Das heißt aber nicht, dass Lymphompatienten ihr Immunsystem gar nicht unterstützen dürfen. Auch sie können ihrem Körper durch gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Vitaminen und Mineralstoffen Gutes tun. Zusätzlich kann viel Bewegung oder ein moderates Training nach Absprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden, um dem Körper gerade bei Kälte vor Viren und Bakterien zu schützen.

Bewegung tut gut – und trägt auch zur Lebensqualität bei

Schon gesunden Menschen fällt es oft schwer sich aktiv zu bewegen und regelmäßig Sport zu treiben. Nach einer intensiven und körperlich sowie psychisch anstrengenden Krankheit wie Krebs, scheint es vielen Patienten schon gar unmöglich, sich sportlich zu betätigen. Dabei ist Sport genau der Faktor im Leben, der einem dieses Gefühl nehmen kann und neue Kraft gibt.

Wir haben für Sie ein paar Tipps zu Sport und Bewegung, die Sie in Ihren Alltag integrieren können:

  •  Suchen Sie sich eine Person oder eine Gruppe, mit der Sie regelmäßig Sport treiben können
    > dies fördert soziale Interaktionen und stärkt oft das durch die Erkrankung angeschlagene Selbstvertrauen
  • Suchen Sie sich schöne Strecken in Ihrer Nähe für Nordic Walking oder Radfahren. Falls Sie noch geschwächt sind, benutzen Sie vielleicht ein Ergometer und stellen Sie dieses vor Ihr Fenster
  • Achten Sie auf eine gleichmäßige Atmung und steigern Sie die Belastung langsam
  • Gehen Sie öfter mal schwimmen
    > dies eignet sich besonders bei geschwächtem Immunsystem und stärkt das Herz-Kreislaufsystem
  • Gehen Sie täglich mit dem Hund spazieren, auch wenn Sie keinen Hund haben.

Weitere Tipps zu Sport und Bewegung bei Krebs erhalten Sie auch hier: www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php

Sport und Bewegung

Ihre Lymphomerkrankung wurde erfolgreich behandelt. Nun wollen Sie sich bestimmt wieder etwas Gutes tun, das Vertrauen in Ihren Körper zurückgewinnen, zu mehr Ausgeglichenheit gelangen – einfach wieder zurück ins Leben finden. Was liegt da näher, als wieder etwas Bewegung in den Alltag einzubauen? Die Vorteile liegen auf der Hand: Bewegung und Sport stärken das Immunsystem, schenken mehr Selbstvertrauen und tun der Seele gut. Dies gilt vor allem, wenn Sie sich an der frischen Luft bewegen, am besten zusammen mit Freunden. Vielleicht schließen Sie sich auch einer Gruppe von Gleichgesinnten an, etwa zum gemeinsamen Walking. Andere Sportarten, die sich für den (Wieder-)Einstieg besonders eignen, sind Wandern, Schwimmen und leichte Gymnastik. Vielleicht können Sie sich ja sogar für Wassergymnastik begeistern.

Probieren Sie aus, was Ihnen guttut und woran Sie Spaß haben. Wenn Sie vor Ihrer Erkrankung nicht sehr aktiv waren, sollten Sie zunächst Ihren Arzt fragen, welches Bewegungsprogramm er in Ihrem Fall empfiehlt. Waren Sie jedoch eher sportlich, können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt wieder Ihre Lieblingssportart ausüben – vorausgesetzt, Sie haben die Therapie in guter Verfassung abgeschlossen. Doch auch in diesem Fall sollten Sie mit moderatem Training beginnen und die Belastung langsam steigern. Der Abschluss Ihrer Therapie und der Wiedereinstieg in ein aktives Leben bietet vielleicht auch eine gute Gelegenheit, neue Sport- und Bewegungsmöglichkeiten auszuprobieren. Vielleicht haben Sie während der Therapie andere Patienten kennengelernt und Lust, zusammen aktiv zu werden. Das erhöht die Motivation und den Spaß an der Bewegung. Und das ist schließlich das Wichtigste!