Freizeit gestalten

Das Thema Freizeit und alle relevanten Herausforderungen, die mit einer Lymphomerkrankung einhergehen, werden hier für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie, mit diffusem großzelligen B-Zell-Lymphom und mit follikulärem Lymphom behandelt.

Freude haben

Es gibt Faktoren, die unsere Emotionen unbewusst leiten können. Was viele nicht wissen: Neben konkreten Übungen wie Yoga haben auch Kunst und Musik einen großen Einfluss auf unsere Stimmung.

Es gibt viele Arten, um sich zu entspannen und Kraft zu tanken. Im Rahmen einer Lymphomerkrankung werden spezielle Therapien angeboten, um die Krankheit auf verschiedenen Wegen verarbeiten zu können. Die Schwierigkeit liegt für die meisten bei der Überwindung, ihre Gefühle auf kreative Weise herauszulassen. Unter professioneller Anleitung, zum Beispiel im Rahmen einer Rehabilitation, fällt es manchen Menschen oftmals leichter, sich neu zu finden. 

Aktiv sein
Bei der Musik-, Tanz- oder Kunsttherapie lassen sich Emotionen auch ohne Worte verarbeiten. Dadurch haben Betroffene die Möglichkeit, einen eigenen Rhythmus und Tempo zu entwickeln. Beispielsweise kann beim Tanzen der eigene Atem bewusst wahrgenommen und somit das Gefühl für den eigenen Körper gestärkt werden. Hierbei wird unter anderem auch der Tumormüdigkeit, der sogenannten Fatigue, entgegengewirkt. Im Bereich Kunst kann das Unterbewusstsein angeregt werden, um bestimmte Ängste zu verarbeiten. 

Kreativ sein
Sich mal in ganz anderen Situationen auszuprobieren, kann durchaus positive Gefühle wachrufen. Bereits durch kleine Aktivitäten schaffen Sie Lebensqualität. Lesen Sie mehr über die kreative Auseinandersetzung mit der Erkrankung: Im Experteninterview berichtet Professor Hiddemann aus München, warum dies unterstützend sein kann.

Martin S. (CLL) beschreibt, was ihn motiviert, seinen Hobbys trotz der Erkrankung nachzugehen. 

Geschützt in den Herbst

Infekte vermeiden – Hygiene bei Lymphomen

Entartete Lymphozyten sowie verschiedene Therapieoptionen führen zu einem geschwächten Immunsystem bei Lymphompatienten. Ihr Körper ist besonders anfällig für Infektionen. Diese sollten Sie unbedingt vermeiden.

Manche Infekte befinden sich bereits im Körper. Sie werden als endogen bezeichnet und können zu jeder Zeit ausbrechen. Andere dagegen lassen sich durch Vorsicht und Hygiene abwenden. Diese werden als exogen bezeichnet, da sie von außen einwirken. Infektionen breiten sich auf verschiedene Weise aus und werden durch unterschiedliche Erreger ausgelöst. Durch vorausschauendes Verhalten und Achtsamkeit kann das Infektionsrisiko aktiv gesenkt werden. Viele Krankheiten übertragen sich durch Körperkontakt und das Berühren von Gegenständen, die einen Erreger auf sich tragen. Regelmäßiges Händewaschen und gründliche Desinfektion kann die Übertragung solcher Infekte vermindern.
Generell sollten Personen mit geschwächtem Immunsystem Situationen meiden, in denen eine Ansteckungsgefahr erhöht ist. Dazu zählen Menschenansammlungen genauso wie der Besuch von öffentlichen Einrichtungen oder der Verzehr von tierischen Produkten im rohen Zustand. Wird zudem auf Körperhygiene und eine saubere Umgebung geachtet, können Infektionen während der Therapie reduziert und vermieden werden.

HYGIENE-TIPPS:

  • Regelmäßig Hände waschen und desinfizieren
  • Regelmäßig lauwarm duschen
  • Körperlotion bei trockener Haut verwenden
  • Täglich Waschlappen, Handtücher und Unterwäsche wechseln
  • Mindestens einmal in der Woche Bettwäsche wechseln
  • Wäsche bei mindestens 60°C waschen
  • Alle zwei Wochen eine neue weiche Zahnbürste verwenden
  • Einmaltaschentücher verwenden

Impfen – Infektionen verringern

Senken Sie ihr Infektionsrisiko. Es ist ratsam ein paar Maßnahmen zu beachten, da Ihr Immunsystem durch die Erkrankung geschwächt sein kann. Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände und versuchen Sie, zu Zeiten, in denen Infekte kursieren, Menschenansammlungen zu meiden. Verzichten Sie auf Besuche bei Freunden und Angehörigen, wenn diese erkältet sind oder andere ansteckende Erkrankungen haben. Falls Sie bei sich Anzeichen von Infekten, wie Fieber, Halsschmerzen, anhaltende Durchfälle oder Schmerzen beim Wasserlassen feststellen, dann zögern Sie nicht, rasch Ihren Arzt zu kontaktieren. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt Ihren Impfstatus. Wenn eine Impfung notwendig ist, so sollte sie mindestens vier Wochen vor dem Therapiebeginn abgeschlossen sein.

Über die Anwendung von Impfstoffen während der Therapie liegen zurzeit noch keine ausreichenden Erfahrungen vor. Einige Impfstoffe dürfen nicht zusammen mit monoklonalen Antikörpern oder erst einige Monate nach der Therapie angewendet werden. Ob sich Ihr Immunsystem nach einer Chemotherapie wieder erholt hat und eine Impfung wieder möglich ist, lässt sich anhand einer Blutuntersuchung feststellen.

Urlaub und Reisen

Grundsätzlich spricht nichts gegen eine Urlaubsreise, wenn Sie sich von der Therapie erholt und sich Ihre Blutwerte normalisiert haben. Ein Urlaub kann Ihnen sicher sogar helfen, den Schritt von überstandener Therapie zur Wiederaufnahme Ihres Alltags zu erleichtern.

Sprechen Sie aber vor der Urlaubsplanung mit Ihrem Arzt. Er kann beurteilen, wie belastbar Ihr Immunsystem ist, ob und welche Medikamente notwendig sind und mitgenommen werden müssen und wie Ihre versicherungsrechtliche Situation ist. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen auch Auskunft darüber geben, ob Schutzimpfungen erforderlich sind und ob diese in Ihrem Fall vorgenommen werden können.

Susanne M. (FL) erzählt in dem Video, wie sie trotz ihrer Lymphomerkrankung mit Urlaub und anderen Aktivitäten umgeht.