Entwicklung und Herstellung von Antikörper-Medikamenten

Die Antikörpertherapie hat sich als wirksame Therapie des Lymphoms etabliert. Inzwischen sind nicht nur die Originalarzneimittel, sondern auch biosimilare Antikörper zur Anwendung zugelassen. Doch was bedeutet „biosimilar“ überhaupt? Und wie unterscheiden sich die Originale von den biosimilaren Antikörpern?

Alle Medikamente zur Antikörpertherapie zählen zu den sogenannten Biologika. Das sind Arzneimittel, die biotechnologisch hergestellt werden und gezielt in den Erkrankungsprozess im Körper eingreifen. Medikamente für die Antikörpertherapie sind Eiweißmoleküle, sogenannte monoklonale Antikörper, deren Entwicklung und Herstellungsprozess sehr aufwendig sind. Schließlich müssen diese Antikörper so gestaltet sein, dass sie einerseits mit den natürlichen Körperzellen zusammenarbeiten und andererseits die Krebszellen erkennen und ausschalten. 

Biosimilare Antikörper: Ähnlich aber nicht gleich

Da die Entwicklung sehr aufwändig und teuer ist, können die Unternehmen ihr Antikörpermedikament für eine gewisse Zeit durch ein Patent schützen. Läuft dieser Patentschutz aus, dürfen andere Firmen den Antikörper nachbauen. Wenn nachgewiesen ist, dass der neue Antikörper dem Original in Sicherheit und Wirksamkeit ähnelt, darf er als sogenannter biosimilarer Antikörper („similar“= engl. für „ähnlich“) mit demselben Wirkstoffnamen, aber anderem Handelsnamen verkauft werden. Da die beiden Antikörper nur ähnlich, jedoch nicht gleich sind, ist es für Ärzte und Patienten wichtig, beide Namen zu kennen. So können auch Nebenwirkungen dem richtigen Medikament zugeordnet werden.

Warum gibt es biosimilare Antikörper?

Biosimilare Antikörper können oft günstiger angeboten werden als das Original-Biologikum. Das liegt daran, dass den Herstellern des Originals hohe Kosten für die Entwicklung des Antikörpers und die aufwändigen Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit entstehen. Einen ähnlichen Wirkstoff nachzubauen und eine Ähnlichkeit nachzuweisen, spart somit Zeit und Geld. Man hofft, durch Nachahmerprodukte die Kosten für Biologika zu senken, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Allerdings dürfen bei den Biologika, anders als bei anderen Medikamenten, nicht einfach günstigere Alternativen verschrieben werden – schließlich kann sich die Wirkung trotz des gleichen Wirkstoffnamens unterscheiden.

Weitere anschaulich aufbereitete Informationen zu biosimilaren Antikörpertherapien bietet Ihnen das Video „Therapeutische Antikörper in der Entwicklung“.