Erholsamer Schlaf – wichtig für Körper und Geist

Viele Lymphompatienten leiden unter Schlafstörungen und fühlen sich gerade am Anfang der Erkrankung ungewohnt müde oder erschöpft. Aber auch während oder nach der Therapie kann ein gestörter Nachtschlaf das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Warum ist Schlaf für unseren Organismus und unsere Gesundheit so wichtig? Was können Sie selbst für einen besseren Schlaf tun?

Schlaf ist ein Grundbedürfnis und Basis unserer Gesundheit

Schlaf ist wie Essen und Trinken ein elementares Grundbedürfnis des Menschen. Etwa sieben bis acht Stunden Schlaf benötigt ein Erwachsener in der Regel pro Nacht, damit sich der Organismus ausreichend regenerieren kann. Schon lange weiß man, dass im Schlaf wichtige Gedächtnisleistungen ablaufen. Wer regelmäßig schlecht schläft, ist am nächsten Tag unkonzentriert und vergesslich, die Unfallgefahr steigt. Auch das Immunsystem ist auf einen erholsamen Schlaf angewiesen. Schlafen wir immer zu wenig, sind wir anfälliger für Infekte. Versuche mit Ratten zeigten, dass ausreichend Schlaf enorm wichtig für das Immunsystem und somit für das Überleben ist.  

Schlafmangel kann das Risiko für hohen Blutdruck, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle, Schäden an den Blutgefäßen und sogar für Übergewicht oder Diabetes erhöhen. Schlaf ist also elementar wichtig für unser physisches und psychisches Wohlbefinden.

 

Ab wann spricht man von Schlafstörungen?

Jeder schläft hin und wieder einmal schlecht. Pro Nacht wachen wir ungefähr 30-mal auf und liegen einige Minuten wach, ohne es zu merken. Von Schlafstörungen spricht man, wenn mehr als dreimal in der Woche über einen Monat lang Schlafprobleme auftreten: Zum Beispiel Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten oder längeres Wachliegen, so dass die einzelnen Schlafphasen wie Tiefschlaf- oder Traumphasen nicht ausreichend durchlaufen werden. Entscheidend ist, wie stark der einzelne sich am nächsten Tag beeinträchtigt fühlt.

 

Ursachen des Schlafmangels bekämpfen

Die Ursachen für Schlafprobleme können vielfältig sein. Gerade bei Tumorpatienten können therapie- oder krankheitsbedingt verschiedene Faktoren eine Rolle spielen: Zum Beispiel Schmerzen, Atemprobleme, Hormonstörungen oder Nebenwirkungen einzelner Medikamente der Krebstherapie. Diese können etwa die für den Schlaf- und Wachrhythmus zuständigen Neurotransmittersysteme stören. Auch psychosozialer Stress, ausgelöst durch Veränderungen im Lebensablauf, Ängste und Sorgen, wie es gesundheitlich, aber auch finanziell weitergeht, kann das Hormonsystem so durcheinanderbringen, dass eine erholsame Nachtruhe nicht möglich ist.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Schlafprobleme. Oft sind sie ein wichtiges Indiz für Ihren allgemeinen Gesundheitszustand und Ihre Belastbarkeit. Je nach Ursache wird Ihr Arzt Ihnen zum Beispiel eine angepasste Schmerztherapie vorschlagen oder Ihre Atemprobleme behandeln.

 

Das können Sie selbst tun bei Schlafproblemen

Sie selbst können einiges zu einem erholsamen Nachtschlaf beitragen. Eine gute Schlafhygiene bildet die Basis: Zunächst sollten Sie alle Störfaktoren minimieren: Licht, Lärm, innere oder äußere Unruhe. Ein dunkles, kühles Schlafzimmer mit einer Raumtemperatur von um die 16 Grad Celsius ist ideal. Falls Ihr Partner schnarchen sollte, überlegen Sie gegebenenfalls eine Weile getrennt zu schlafen, damit Sie zur Ruhe kommen können.

Gewöhnen Sie sich ein Schlafritual an, damit Ihr Körper sich auf die bevorstehende Ruhephase einstellen kann: Musik zum Einschlafen, ein entspannendes Bad oder einige ruhige Yogaübungen können dem Körper signalisieren, dass er zur Ruhe kommen soll. Versuchen Sie, gelassen an das Thema Schlaf heranzugehen. Die Erwartung einer schlechten Nacht führt zu Anspannung und Stress und stört den Schlaf dann tatsächlich.

Wenn belastende Sorgen und Ängste, beispielsweise vor einem Rezidiv, Sie am Schlaf hindern, kann ein Psychoonkologe wichtige Hilfe leisten und Ihnen kognitive Bewältigungsstrategien an die Hand geben. Schlafprobleme sollten Sie keinesfalls als gegeben hinnehmen, sondern immer mit Ihrem Arzt besprechen.

 

Quellen:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102879/Wie-Schlaf-das-Gedaechtnis-foerdert?rt=d0c1e70c0be58b04ba39075dab36e541

https://www.springermedizin.de/yoga-verbessert-die-schlafqualitaet-bei-krebsueberlebenden/9313262?fulltextView=true

https://www.springermedizin.de/bei-schlechtem-schlaf-leiden-herz-und-gehirn/12257532?fulltextView=true

https://www.springermedizin.de/nebenwirkungen-der-krebstherapie/insomnie/schlafstoerungen-bei-krebspatienten/11916056?searchResult=181.%20Schlaf&searchBackButton=true&fulltextView=true

https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/nebenwirkungen-der-therapie/schlafstoerungen-bei-krebspatienten.html

https://www.springermedizin.de/dkk-2014/haematologische-neoplasien/kutanes-lymphom-hautnahe-lymphknoten-palpieren/9971778?searchResult=2.Schlaf&searchBackButton=true