Die richtige Ernährung

Viele Lymphompatienten möchten selbst aktiv zu ihrer Genesung beitragen. Die Ernährung bietet ihnen dafür eine gute Möglichkeit: Ein ausgewogener und vollwertiger Speiseplan kann zu einem günstigen Krankheitsverlauf beitragen und das Wohlbefinden steigern. Unsere Ernährungsexpertin Lydia Knauer meint:

Eine Ernährung kann prinzipiell nicht heilen, aber sie kann auf jeden Fall einen Beitrag zum Therapieerfolg leisten und auch die Lebensqualität verbessern.

Die „eine“ Diät für Lymphompatienten gibt es aber nicht. Vielmehr sollten Sie – genauso wie gesunde Menschen – auf eine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung achten.

Was gehört auf einen gesunden Speiseplan?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat in zehn Regeln formuliert, wie sich eine gesunde Ernährung zusammensetzt:

  • Lebensmittelvielfalt genießen: Essen Sie abwechslungsreich und bevorzugen Sie dabei pflanzliche Lebensmittel.
  • „5 am Tag“: Essen Sie mindestens 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst am Tag.
  • Vollkorn wählen: Greifen Sie bei Getreideprodukten wie Brot oder Nudeln zur Variante aus Vollkorn.
  • Tierische Lebensmittel ergänzen den Speiseplan: Essen Sie täglich Milchprodukte und ein- bis zweimal pro Woche Fisch.
    Die Organisation „World Cancer Research Fund“ empfiehlt, nur wenig rotes Fleisch zu essen und den Verzehr von verarbeitetem Fleisch zu meiden.
  • Gesunde Fette nutzen: Bevorzugen Sie Pflanzenöle wie Rapsöl.
  • Salz und Zucker einsparen: Vermeiden Sie mit Zucker gesüßte Speisen und Getränke. Reduzieren Sie Salz und würzen Sie stattdessen mit Kräutern.

Kleine Portionen Süßigkeiten und Knabbereien sind erlaubt – solange Sie diese in Maßen genießen.

  • Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 Liter  – am besten Wasser – sollten es schon sein.
  • Schonende Zubereitung: Garen Sie mit wenig Wasser und wenig Fett.
  • Achtsamkeit: Essen Sie Ihre Mahlzeiten in Ruhe und genießen Sie bewusst.
  • In Bewegung bleiben: Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch regelmäßige körperliche Aktivität.

Diese allgemeinen Ernährungsempfehlungen sind eine gute Orientierung für Lymphompatienten, denen es an sich gut geht. Haben Betroffene jedoch durch Erkrankung oder Therapie deutlich an Gewicht verloren, empfiehlt es sich, die Mahlzeiten mit zusätzlichen Kalorien, beispielsweise in Form von Fett und wertvollem Eiweiß, anzureichern. Wichtig ist auch, sich die Freude am Essen zu bewahren. Essen sollte nicht nur der Nährstoffaufnahme dienen, sondern auch Genuss und Lebensqualität bedeuten.

Wie Sie mit der richtigen Ernährung Nebenwirkungen lindern können, lesen Sie  hier.

„Krebsdiäten“ können schaden!

In den Medien kursieren immer wieder sogenannte „Krebsdiäten“, die durch besondere Ernährungsmaßnahmen das Tumorwachstum hemmen oder eine Krebserkrankung sogar heilen sollen. Nach heutigem Kenntnisstand der Wissenschaft gibt es keine Ernährungsform, die Krebs heilen kann. Darüber hinaus warnen Experten: Die einseitigen Diätkonzepte oder Fastenkuren können Krebspatienten sogar schaden.

Insbesondere bei Patienten, die durch Erkrankung oder Therapie bereits abgenommen haben, kann es zu einer weiteren Verschlechterung des Ernährungszustands kommen. Eine ausgewogene Ernährung ohne strenge Diätkonzepte, die den Körper mit ausreichend Energie und allen wichtigen Nährstoffen versorgt, trägt dagegen zur Gesunderhaltung bei.