Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom

Die Abkürzung DLBCL steht für diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom. Das DLBCL ist eine Krebserkrankung des lymphatischen Systems, welches einen bestimmten Zelltyp betrifft: die B-Lymphozyten. Diese haben ihren Ursprung im lymphatischen System, welches ein wichtiger Bestandteil unseres Immunsystems ist.

Quelle: Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (Hrsg). Berlin, 2016

Was ist ein DLBCL?

Das DLBCL wird auch als diffuses großzelliges B-Zell-Non-Hodgkin Lymphom oder als aggressives B-Zell-Lymphom bezeichnet. Das DLBCL zählt zu den malignen (bösartigen) Lymphomen. Die Bezeichnungen „aggressiv“ und „bösartig“ sollten Sie aber nicht verunsichern, denn viele Patienten haben gute Chancen auf Heilung. Wichtig ist eine rechtzeitige Behandlung, da sich „aggressiv“ vor allem auf die Geschwindigkeit des Fortschreitens der Krankheit bezieht. Die durchschnittliche Heilungsrate beim DLBCL beträgt 60 bis 70 Prozent.

Hans-Dieter R. kannte die Erkrankung vor seiner Diagnose nicht  

Beim DLBCL kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung der B-Lymphozyten. Es ist die häufigste Form eines schnell wachsenden Non-Hodgkin-Lymphoms. Die veränderten (entarteten) Lymphozyten sterben nicht ab und sammeln sich zum Beispiel in den Lymphknoten am Hals und oberhalb des Schlüsselbeins an. Dadurch kommt es zu der typischen Schwellung der betroffenen Lymphknoten, die in der Regel nicht schmerzhaft ist. Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Erkrankung nicht vererbbar.

Der Oberbegriff Krebs steht für viele unterschiedliche Erkrankungen. Von Krebs sprechen Mediziner, wenn sich Körperzellen unkontrolliert vermehren. Normalerweise besteht unter den Zellen unseres Körpers ein Gleichgewicht: Zellen sterben ab und werden durch Zellteilung in dem benötigten Maß wieder ersetzt. Verändert sich das Erbgut in den Zellen, spricht man von einer Mutation. Häufen sich Mutationen in einer Zelle, kann dies dazu führen, dass sich diese unkontrolliert teilt und nicht mehr abstirbt. Durch diesen Gewebezuwachs können dann Tumoren entstehen.

Welche Symptome treten bei einem DLBCL auf?

Rasch zunehmende schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten oder auch der Milz sind das Hauptsymptom des DLBCL. Am häufigsten kommen diese Lymphknotenschwellungen am Hals und oberhalb des Schlüsselbeins vor. Da die Lymphknoten oder die Milz meist druckunempfindlich sind, werden die Schwellungen oft erst spät bemerkt. Bei etwa einem Drittel der Patienten beginnt die Erkrankung außerhalb der Lymphknoten, etwa im Knochenmark, im Magen-Darm-Trakt oder im zentralen Nervensystem.

Seinen Umgang mit der Diagnose beschreibt Hans-Dieter R. in dem Filmeinspieler 

Wenn sich das DLBCL im Knochenmark ausgebreitet hat, kann es zu weiteren Symptomen wie zum Beispiel Müdigkeit und Schlappheit, verstärkte Blutungsneigung und erhöhte Infektionsneigung kommen. Dies trifft jedoch nur auf rund zehn Prozent der Patienten mit einer Erstdiagnose zu.

Wie wird ein DLBCL diagnostiziert?

Bei dem Verdacht auf ein DLBCL geht es an erster Stelle darum, diesen zu bestätigen oder auszuschließen. Um die Diagnose DLBCL stellen zu können, wird Ihr Arzt auf verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zurückgreifen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Erfassung der Krankheitsgeschichte (Anamnese)
  • Körperliche Untersuchung (Ansehen, Abhören, Abtasten, Abklopfen)
  • Umfassendes Blutbild zur Bestimmung verschiedener Blutwerte
  • Computertomografie (CT) von Hals, Brust- und Bauchraum sowie des Beckens
  • Lymphknotenbiopsie – Entnahme einer ausreichend großen Gewebeprobe für histologische, immunhistochemische, zytogenetische und molekulargenetische Untersuchungen (in der Regel wird der gesamte Lymphknoten entnommen; in Ausnahmefällen nur eine Punktion mit einer Stanznadel, wenn eine Entnahme nicht möglich ist)
  • Testung auf genetische Veränderungen und Marker

Symptome bei einem DLBCL

Folgende Symptome können neben den geschwollenen Lymphknoten auftreten:

  • Fieber über 38 Grad ohne erkennbare Ursache für mehr als zwei Wochen
  • Nachtschweiß
  • Ungewollter Gewichtsverlust (mehr als zehn Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten)
  • Müdigkeit
  • Leistungsminderung
  • Blässe
  • Häufigeres Auftreten von Infekten
  • Juckreiz und Ausschläge
  • Husten und Kurzatmigkeit

Bei einer umfassenden Blutuntersuchung (Differentialblutbild) wird die Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und ihr Mengenverhältnis zueinander bestimmt. So wird deutlich, welche Arten der weißen Blutkörperchen (Lymphozyten, Monozyten, Granulozyten) zu viel oder zu wenig vorhanden sind. Wenn der Verdacht eines Lymphoms besteht, wird in der Regel ein Lymphknoten entnommen und mikroskopisch (histologisch) untersucht. Dies nennt man eine Biopsie.

Ist die Diagnose DLBCL gesichert, wird Ihr Arzt abklären, wie weit sich die Krankheit bereits ausgebreitet hat, um Sie entsprechend zu behandeln. Dabei kann er folgende Untersuchungsmöglichkeiten nutzen:

  • Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraums
  • Knochenmarkpunktion

Hans-Dieter R. beschreibt in diesem Video, wie das DLBCL durch Zufall entdeckt wurde

Welche Bedeutung hat das Krankheitsstadium für die Therapie?

Die Therapie des DLBCL richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Die Einteilung erfolgt nach der sogenannten „Ann-Arbor-Klassifikation“ in vier Stadien.

Stadium 1: Eine einzelne Lymphknotenregion oder ein eingegrenzter Bereichs außerhalb des lymphatischen Systems ist befallen.

Stadium 2: Zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf der gleichen Seite des Zwerchfells sind befallen oder zusätzlich zu den Lymphknoten ist noch eine weitere Region betroffen. Die betroffenen Regionen befinden sich alle auf der gleichen Seite des Zwerchfells, also entweder im Brust- oder im Bauchraum.

Stadium 3: Zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells sind befallen. Alternativ ist eine weitere Region außerhalb des lymphatischen Systems und einer oder mehrere Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells betroffen.

Stadium 4: Neben den Lymphknotenregionen sind eines oder mehrere nichtlymphatische Organe (z.B. Lunge, Leber, Knochenmark) befallen. Eine Beteiligung des Knochenmarkes oder der Leber gilt automatisch als Stadium IV.

Die Rolle der Stadieneinteilung bei einem DLBCL

Die Einteilung in Stadien mithilfe der Untersuchungsergebnisse ermöglicht die Beurteilung, ob mit einer Therapie begonnen werden muss. Auch wenn das der Fall ist: Moderne Therapieverfahren können Ihnen über viele Jahre ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Zusätzlich gibt es bei den Stadien die Zusätze „N“, „E“, „S“, „A“ oder „B“.

N“ steht für „nodal“ (lat.: Knoten) und wird benutz, wenn nur Lymphknoten befallen sind. „E“ steht für extralymphatisch (lat.: extra = außerhalb) und wird angegeben, wenn andere Organe außerhalb der Lymphknoten betroffen sind. Bei einem Befall der Milz wird der Buchstabe „S“ ergänzt.

Der Zusatz „B“ wird verwendet, wenn der Patient B-Symptome aufweist. Diese können Fieber unbekannten Ursprungs über 38 Grad Celsius, Nachtweiß und ein schneller Gewichtsverlust (mehr als zehn Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten) sein. „A“ sagt aus, dass bei dem Patienten keine B Symptome vorliegen. 

Das Alter, das Stadium der Erkrankung, der Allgemeinzustand, der Befall von Organen und ein erhöhter LDH-Wert im Blut vor Beginn der Therapie  erlauben eine Einteilung in vier Risikogruppen. Diese prognostizieren die ungefähren Gesamtüberlebenschancen.

Wie verläuft ein DLBCL?

Der Verlauf eines DLBCL kann unterschiedlich sein und hängt unter anderem von Ihrem Alter und Ihrem Allgemeinzustand ab und ob bis zum Diagnosezeitpunkt nur Lymphknoten befallen waren oder eventuell schon weiteres Gewebe. Bei einer rechtzeitigen Behandlung haben Sie gute Heilungschancen. Sollte das DLBCL jedoch nicht behandelt werden, hat es einen aggressiven und rasch fortschreitenden Verlauf, bis hin zum Tod.

Informationen für das Arztgespräch

Im Arztgespräch erhalten Sie meist viele neue Informationen. Es ist schwierig, sich immer alles zu merken und so passiert es leicht, dass Sie Fragen vergessen, die Sie eigentlich stellen wollten. Deshalb ist eine gute Vorbereitung auf das Arztgespräch sehr wichtig. Hier können Sie sich eine Checkliste mit möglichen Fragen zur Diagnose FL und Tipps zur Vorbereitung auf das Gespräch herunterladen und ausdrucken.

Checkliste Diagnose DLBCL
 

Vorbereitung für das Arztgespräch

Noch mehr Informationen

Informationen zur Therapie beim diffusen großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) erhalten Sie hier.

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