Seltene Therapieformen bei CLL

Lesen Sie hier mehr über seltene Therapieformen, wie der allogenen Stammzelltransplantation sowie zu komplementären Behandlungsmethoden.

Allogene Stammzelltransplantation bei CLL

Im seltenen Fall, wenn die Standardtherapien nicht ansprechen oder wenn es zu einem schnellen Rückfall kommt, kann eine allogene Stammzelltransplantation eine sinnvolle CLL-Therapie sein. Dabei werden die Stammzellen von einem Familien- oder Fremdspender (= allogene Stammzelltransplantation) verwendet. Wichtig ist in diesem Fall, dass die Gewebemerkmale des Spenders gut mit denjenigen des Empfängers übereinstimmen, damit es nicht zu starken Abwehrreaktionen kommt.

Die Stammzelltransplantation ist für CLL-Patienten belastend und mit gewissen Risiken verbunden. Deshalb wird das Verfahren eher bei jüngeren Patienten angewandt, die sich in einem guten gesundheitlichen Allgemeinzustand befinden.

Bei der allogenen Stammzelltransplantation gibt es drei spezielle Risiken. Zum einen besteht die Gefahr einer Infektion. Deshalb ist es besonders in den ersten Wochen wichtig, das Potenzial einer Ansteckung mit Infektionen zu minimieren. Dafür werden Sie mehrere Wochen im Krankenhaus überwacht. Ihr Allgemeinzustand kann aber noch etwas länger beeinträchtigt sein. Zum anderen kann es vorkommen, dass die körperfremden Stammzellen nicht vom Körper angenommen werden. Deshalb werden die Stammzelltransplantationen nur in speziellen Transplantationszentren mit sterilen Isolierstationen durchgeführt. Eine weitere mögliche Reaktion: Wenn die Stammzellen des Spenders übertragen wurden, kann es zu einer unerwünschten Immunantwort kommen, der sogenannten Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion (englisch: Graft-versus-Host-Disease, GvHD). Die Immunzellen des Spenders erkennen dabei die Körperzellen des Empfängers als fremd und greifen diese an.

Alternative und komplementäre Behandlungsmethoden

Es gibt eine breite Palette von Angeboten, die eine „Heilung“ oder „Verbesserung“ der CLL und Ihrer Prognose versprechen. Dabei sollten Sie beachten, dass die alternativen Behandlungsmethoden viel Geld kosten und es keine Nachweise dafür gibt, dass diese die CLL bekämpfen oder zum Stillstand bringen.

Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln oder anderen naturheilkundlichen „Medikamenten“ ist zu beachten, dass diese während einer Therapie dem Therapieerfolg entgegen wirken können, da die Substanzen die Wirksamkeit möglicherweise beeinflussen.
Anders ist dies bei den komplementären Behandlungsmethoden, die die Schulmedizin ergänzen und das Wohlbefinden des Patienten verbessern oder die Nebenwirkungen abmildern können. Dazu gehören zum Beispiel Bewegungsangebote und Ernährungstipps, aber auch naturheilkundliche Verfahren.

Wichtig ist, sich bei diesen begleitenden Therapien bei anerkannten Fachleuten beraten zu lassen und immer Ihren behandelnden Onkologen über eventuelle Einnahmen zu informieren.

Noch mehr Informationen

Hier erhalten Sie Informationen und Tipps für die Zeit nach der CLL-Therapie