Die chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Die chronische lymphatische Leukämie, abgekürzt "CLL", ist eine Form von Blutkrebs. Sie gehört zu den indolenten, das heißt zu den weniger aggressiv fortschreitenden Lymphomen. Leukämie ist ein Oberbegriff für eine bösartige Zunahme weißer Blutkörperchen und damit eine Blutkrebserkrankung. Eine CLL äußert sich als unkontrolliertes Wachstum von B-Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen.

 

Quelle: Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Zentrum für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut (Hrsg). Berlin, 2016

Was ist eine chronische lymphatische Leukämie (CLL)?

Der Begriff Krebs fasst eine Menge Erkrankungen zusammen, die sehr unterschiedliche Verläufe und Symptome haben. Dieser Oberbegriff ist, wie wohl kaum ein anderer, mit Angst behaftet. Sich zu informieren kann ein erster Schritt sein, mit diesen berechtigten Ängsten umzugehen. Aufgrund eines Defektes leben die krankhaft veränderten B-Zellen deutlich länger als gesunde Lymphozyten. In der Folge überschwemmen und beeinträchtigen die mutierten und funktionsuntüchtigen Zellen die betroffenen Organe, insbesondere Blut, Knochenmark, Lymphknoten und Milz.

Was bedeutet CLL?

CLL bedeutet ein unkontrolliertes Wachstum von B-Lymphozyten, das im Lauf der Zeit verschiedene Organe beeinträchtigt. Es dauert oft Jahre, bis die ersten Beschwerden auftreten.

Eine chronische lymphatische Leukämie liegt laut Definition dann vor, wenn – neben anderen diagnostischen Kriterien – die Zahl der bösartigen B-Zellen eine Zahl von 5000 pro Mikroliter Blut übersteigt. Bis Beschwerden auftreten, ist der Verlauf der CLL bisweilen über viele Jahre schleichend. Neue Therapiekonzepte haben in den letzten Jahren zu wesentlichen Fortschritten in der Behandlung geführt.

Wenn Sie von der Diagnose CLL betroffen sind: Sie stehen damit nicht allein, in Deutschland leben rund 18.000 Menschen mit einer CLL – und die meisten kommen gut damit zurecht. In den westlichen Ländern ist die CLL die häufigste Form der Leukämie. Das Erkrankungsalter der betroffenen Mehrheit liegt zwischen dem 65. und dem 75. Lebensjahr, nur etwa ein Fünftel ist jünger als 55 Jahre.

Martin S. spricht über seine Diagnose CLL

Welche Symptome treten bei der CLL auf?

Die CLL macht sich sehr unterschiedlich bemerkbar. Ein Viertel der Patienten hat zum Zeitpunkt der Diagnose überhaupt keine Beschwerden. Erste Krankheitszeichen treten häufig in Form von schmerzlosen Lymphknotenschwellungen auf.

In diesem Clip erzählt Martin S. von seinen Symptomen

Vergrößerte Lymphknoten kommen bei einer CLL sehr häufig vor. Meistens sind die Lymphknoten im Halsbereich,  der Achselhöhle und der Leistenregion betroffen. Bei manchen Patienten kommt es zu einer Vergrößerung von Milz oder Leber, was ein Druckgefühl oder Schmerzen hervorrufen kann.

Die sogenannten "B-Symptome" bei der CLL – Fieber über 38 Grad und/oder Nachtschweiß und/oder ungewollter Gewichtsverlust sind häufig bei der Erstdiagnose anzutreffen. Diese Beschwerden sind die Folge der rasch zunehmenden Tumorzellmasse und einer Störung bzw. Beeinträchtigung des blutbildenden Systems und des Immunsystems.

Darüber hinaus können diese Symptome bei einer CLL auftreten:

  • verminderte Leistungsfähigkeit und Müdigkeit
  • starke Blässe
  • vermehrtes Auftreten von blauen Flecken
  • vermehrte Infektanfälligkeit

Am Beginn der CLL stehen oft gar keine Beschwerden. Geschwollene Lymphknoten, die keine Schmerzen verursachen, sowie Müdigkeit, Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust sind die häufigsten Symptome. Zusätzlich treten häufig Infekte auf.

Wie wird eine CLL diagnostiziert?

Die Untersuchungsmethoden auf eine mögliche CLL sind schmerzlos und können ambulant durchgeführt werden. Ausschlaggebend zur Diagnose sind eine körperliche Untersuchung und vor allem Blutuntersuchungen.

Ihr Arzt wird sich, nach einem ausführlichen Gespräch, bei der körperlichen Untersuchung auf vergrößerte Lymphknoten konzentrieren. Dabei werden Achselhöhlen und Leisten sorgfältig abgetastet, bei der Untersuchung des Bauches achtet der Arzt darauf, ob Milz oder Leber geschwollen sind.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Erfassung der Krankheitsgeschichte (Anamnese)
  • Körperliche Untersuchung
  • Basis-Bluttest
  • Spezielle Bluttuntersuchungen
  • Röntgenbild
  • Ultraschall

Wenn anschließende Blutuntersuchungen den Verdacht auf CLL ergeben, wird Ihr Hausarzt Sie an einen Leukämie-Experten, einen Hämatologen, überweisen. Durch Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen sowie weiteren Blutuntersuchungen kann die Diagnose weiter abgesichert werden, und es ist möglich zu beurteilen, wie weit die CLL fortgeschritten ist. Dementsprechend wird das Krankheitsstadium festgelegt werden. Es wird bei der Entscheidung herangezogen, ob und welche Therapiemaßnahmen erforderlich sind.

Um Ihr Krankheitsstadium zu bestimmen, wird die CLL in Stadien eingeteilt. Diese Stadieneinteilung hilft dem Arzt zu beurteilen, wie weit sich die Erkrankung ausgebreitet hat und ob mit einer Therapie begonnen werden muss. Das in Europa vorwiegend verwendete System wurde von dem französischen Arzt Binet aufgestellt. Es unterscheidet drei Stadien bei der CLL und berücksichtigt den Befall des lymphatischen Systems und die Beeinträchtigung der normalen Blutzellbildung. Die Stadien A und B gelten in der Regel als frühes Stadium der Erkrankung. Das Stadium C gilt als fortgeschrittenes Stadium.

Bei den meisten Patienten verläuft die CLL langsam bis mäßig schnell und verursacht in den ersten Jahren keine Beschwerden. Ein rasch fortschreitender Verlauf ist selten. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob "Ihre" CLL aktuell behandlungsbedürftig ist. Sofern dies der Fall ist, stehen heute eine Reihe moderner Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich die CLL zurückdrängen und das Fortschreiten der Erkrankung verzögern lässt.

Stadieneinteilung bei CLL

Die Einteilung in Stadien hilft der Beurteilung, ob mit einer Therapie begonnen werden muss. Auch wenn das der Fall ist: Moderne Therapieverfahren können Ihnen über viele Jahre ein beschwerdefreies Leben ermöglichen.

Vor Beginn einer CLL-Therapie erfolgen noch weitere Laboranalysen, Sonografie von Milz, Leber und Lymphknoten sowie zusätzliche Tests auf genetische Veränderungen der CLL-Zellen. Beispiele dieser Gendefekte sind Mutationen des TP53-Gens oder Deletion 17p13. Diese werden mit verschiedenen Methoden (unter anderem FISH-Analyse) durchgeführt. Ein solcher Gendefekt kann mit sehr unterschiedlichen Krankheitsverläufen verbunden sein und somit die Prognose der CLL bestimmen. Man benötigt diese Analyse auch, um die richtige Therapie zu bestimmen sowie eine Aussage über die Lebenserwartung von CLL-Patienten zu treffen.

Diese Checkliste zur CLL-Erkrankung können Sie einfach herunterladen und ausdrucken. Sie soll Ihnen eine Unterstützung beim Arztgespräch sein:

Checkliste Diagnose CLL

Wichtige Tipps: Die Information zur Vorbereitung auf das Arztgespräch können Sie herunterladen und gegebenenfalls ausdrucken. 

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