Sportlich trotz Lymphom

Schon gesunden Menschen fällt es häufig schwer, ihren Alltag sportlich zu gestalten. Eine körperlich sowie psychisch anstrengende Krankheit wie ein Lymphom kann Sport unmöglich erscheinen lassen. Doch gerade jetzt kann regelmäßige Bewegung die Antriebslosigkeit nehmen und neue Kraft geben.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sportliche Aktivitäten stärken das Immunsystem, schenken mehr Selbstvertrauen und wirken sich auch positiv auf die Psyche aus.

Auch unser Experte Professor Dr. med. Kai Uwe Chow rät Ihnen:

Der Patient muss in Bewegung bleiben – kein übertriebener Leistungssport, aber sportliche Betätigung verlängert das Überleben. Das gilt auch für nichtkranke Menschen. Es hilft tatsächlich den körperlichen Zustand zu verbessern und eine Widerstandsfähigkeit zu entwickeln.

Noch mehr Ratschläge finden Sie in unserem ausführlichen Interview mit Dr. Chow.

Doch viele Lymphompatienten fragen sich, ob sie Sport treiben dürfen. Zudem sind sie häufig unsicher, welche Bewegungsformen sich eignen. Grundsätzlich gilt, dass Sie auch schon während der Therapie ein angepasstes Bewegungsprogramm durchführen können.

Gemeinsam die „richtige“ Bewegung finden

Probieren Sie aus, was Ihnen guttut und woran Sie Spaß haben. Wenn Sie vor Ihrer Erkrankung körperlich nicht sehr aktiv waren, sollten Sie zunächst Ihren Arzt fragen, welches Bewegungsprogramm er in Ihrem Fall empfiehlt. Waren Sie vorher sportlich und haben Ihre Therapie in guter Verfassung abgeschlossen, können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt wieder Ihre Lieblingssportart ausüben.

Doch auch wenn sie sich noch etwas schlapp fühlen, sollten Sie mit moderatem Training beginnen und die Belastung langsam steigern. Der Abschluss Ihrer Therapie und der Wiedereinstieg in ein aktives Leben bietet vielleicht auch eine gute Gelegenheit, neue sportliche Herausforderungen anzunehmen. Sportarten, die sich für den (Wieder-)Einstieg besonders eignen sind Walking, Wandern und leichte Gymnastik. Vielleicht haben Sie während Ihrer Lymphomtherapie andere Patienten kennengelernt und Lust, zusammen sportlich aktiv zu werden. Das erhöht die Motivation und den Spaß am Training. Und das ist schließlich das Wichtigste!

Vorsicht bei geschwächtem Immunsystem

Auch wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist, können und sollten Sie in Bewegung bleiben. Sie können Infektionen vermeiden, indem Sie:

  • auf Schwimmen und Saunagänge verzichten.
  • keine Sportarten mit Körperkontakt ausüben.
  • wenn nötig einen Mundschutz tragen.

Tipps für Bewegungsmuffel

Auch Bewegungsmuffel können etwas tun, ohne sich überfordert zu fühlen. Gestalten Sie einfach Ihren Alltag aktiver:

  • Nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl.
  • Lassen Sie das Auto stehen und machen Sie Ihre Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
  • Nutzen Sie die Zeit in Warteschlangen für kleine Übungen: Spannen Sie die Muskeln in Wade, Bauch, Armen oder Gesäß mehrmals für einige Sekunden an.
  • Gehen Sie regelmäßig spazieren – zum Beispiel nach den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen.
  • Ob Staubsaugen oder Rasenmähen – auch Haus- oder Gartenarbeit kann zum Fitnessprogramm werden.