Sport während der Krebstherapie – Wie finde ich das richtige Maß?

Ihr Arzt empfiehlt Ihnen, bereits während Ihrer Therapie ein Sporttraining zu beginnen. Ihr erster Gedanke ist vielleicht: „Jetzt soll ich auch noch Sport machen? Ich muss doch erst einmal wieder gesund werden.“ Ein moderates Training ist fast immer empfehlenswert. Nur, was heißt „moderat“?

Tatsächlich wirkt Sport sich bereits während einer Therapie positiv aus. Nebenwirkungen der Behandlung können abgeschwächt werden, das Selbstbewusstsein des Patienten wird gestärkt. Sie fühlen sich in Ihrem Körper nach der Krebsdiagnose wieder wohler, da Sie wieder mehr Kontrolle über Ihn haben. Sie können aktiv etwas für Ihre Gesundheit tun, was vielen Patienten ein gutes Gefühl vermittelt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Sportliche Aktivitäten sind fast immer möglich. Sie müssen aber an die augenblickliche Situation angepasst sein. Es werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, beispielsweise Ihre Vorerkrankungen, Ihr Alter und Ihr allgemeiner Gesundheitszustand. Sie müssen immer mit Ihrem behandelnden Arzt über Ihre sportlichen Pläne sprechen. Ihr Arzt weiß auch, welche Medikamente Sie einnehmen und kann diese dann berücksichtigen, wenn er mit Ihnen einen Trainingsplan entwickelt.

Bei akuten Infekten, Fieber, starken Schmerzen, akuter Übelkeit oder Erbrechen, Schwindelanfällen oder frischen Thrombosen sollten Sie auf keinen Fall trainieren.

 

Wieviel ist genug?

Um einen positiven Effekt zu erzielen, können Sie insgesamt etwa 150 Minuten in der Woche bei moderater Intensität oder etwa 75 Minuten bei höherer Intensität trainieren. Falls Ihnen das zu viel erscheint, gilt aber immer auch: Jede Bewegung ist besser als gar nichts und tut Ihnen gut.

Zur Bestimmung der Trainingsintensität ist die Herzfrequenz häufig nicht geeignet, da sie durch die Therapie beeinflusst sein kann. Bewährt hat sich eine Einteilung der Trainingsintensität nach Ihrem subjektiven Empfinden. Moderates Training bedeutet: Sie sollen sich gut und nur leicht angestrengt fühlen. Sie können sich während des Trainings problemlos unterhalten, ohne kurzatmig zu werden.

Möchten Sie Ihre Ausdauer trainieren, dann eignen sich Sportarten mit schonenden Bewegungsabläufen wie Nordic Walking, Ergometer, Stepper oder ähnliches. Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen Spaß macht. Dann ist es leichter dabeizubleiben. Belastung mit moderater Intensität und Pausen sollten in kurzen Abständen wechseln. Anfangs etwa im Zwei-Minuten-Rhythmus. Mit zunehmender Fitness können Sie die Intervalle ausdehnen, bis Sie 30 oder mehr Minuten erreicht haben.

Für Krafttraining gilt ähnliches. Hier sollte allerdings die Trainingsintensität etwas höher sein: die Übungen dürfen sich anstrengend anfühlen, sollten Sie jedoch nicht erschöpfen. Bei einem Krafttraining an Maschinen begleitet Sie ein Therapeut. Er berät Sie, in welcher Intensität sie konkret mit jedem einzelnen Gerät trainieren können.

Vor jedem Krafttraining sollten Sie sich wenige Minuten aufwärmen, um den Kreislauf anzuregen und die Muskulatur zu erwärmen. Für Ausdauer- und Krafttraining gilt grundsätzlich: Planen Sie maximal zwei oder drei Übungseinheiten pro Woche. Gönnen Sie sich mindestens einen Regenerationstag dazwischen, an dem Sie sich erholen und vielleicht nur ein wenig spazieren gehen.

Schrauben Sie Ihre Erwartungen nicht zu hoch und setzen Sie sich nicht unter Druck. Sie dürfen auch Ihr Training ausfallen lassen, wenn Ihnen danach ist. Ein größerer Spaziergang tut es auch. Genießen Sie es, wenn Sie sich danach ausgeglichen und gut fühlen.

 

Quellen

https://www.krebsinformationsdienst.de/leben/alltag/sport-nach-krebs.php

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Krebstherapie-Wie-Ernaehrung-und-Sport-helfen,krebs406.html

https://healthcare-bayern.de/images/pdf/Broschuere_AktivgegenKrebs.pdf

https://www.tumorzentrum-muenchen.de/fileadmin/user_upload/Broschuere_Sport_und_Krebs_NCT.pdf

http://www.vitanet.de/aktuelles/krebs/20161111-sport-gegen-fatigue

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