Bewegungstraining – Motivation ist alles

Viele Krebspatienten leiden unter Fatigue, einem schweren Erschöpfungszustand, der auch mit ausreichend Schlaf kaum zu überwinden ist. Medikamente helfen hier wenig, aber Bewegungstherapie hat sich als sehr wirksam erwiesen. Körperliche Aktivität kann dazu beitragen, dass eine Chemo- oder Strahlentherapie besser vertragen wird und eine Fatigue kann dadurch sogar erfolgreich abgeblockt oder zumindest gelindert werden.

Stressfaktor Bewegungsmangel

Vielen Menschen fällt es schwer, sich regelmäßig zu Sport und Bewegung zu motivieren.  Als Krebspatient neigen Sie vielleicht dazu, sich erst einmal schonen zu wollen, um dem Körper Zeit zu Erholung und Genesung zu geben. Laut Dr. Baumann, Leiter der AG Onkologische Bewegungsmedizin an der Uniklinik Köln, sind „Schonung und Inaktivität das Risikoreichste, was der Patient machen kann. Es gibt für den Körper keinen größeren Stress als Bewegungsmangel.“

 

Moderates Training schon während der Therapie

Grund genug, sich mit einem leichten Training auseinanderzusetzen. Der erste Schritt ist, mit dem Arzt zu sprechen und sich grünes Licht zu holen für ein moderates Bewegungstraining. Ein Patient, der morgens seine Chemo bekommen hat, kann nachmittags zum Beispiel ein leichtes Fahrrad-Ergometertraining absolvieren. Die größte Schwierigkeit ist, das Training längerfristig durchzuhalten und dabeizubleiben. Hier sind einige Tipps, mit denen Sie sich motivieren können.

 

Tipps zur Motivation

  • Der fünf-Minuten-Trick: Es ist einfacher, sich zu einer winzigen Einheit aufzuraffen, als zu einem Marathon. Vielleicht genügen schon einige Minuten als Initialzündung und Sie bleiben doch ein wenig länger dabei. Jede Bewegung zählt.
  • Setzen Sie sich konkrete, überschaubare Ziele. Zum Beispiel: „Jeden Dienstag und Donnerstag um 16 Uhr halte ich mir 40 Minuten frei für einen flotten Spaziergang.“
  • Suchen Sie sich ein Bewegungstraining, das Ihnen wirklich Spaß macht. Probieren sie Verschiedenes aus. Wenn der Spaß zu kurz kommt, bleibt die Motivation auf der Strecke.
  • Überfordern Sie sich nicht! Lieber moderat anfangen, als ein zu anstrengendes Programm zu absolvieren, denn Sie wollen sich ja nach der Übungseinheit gut fühlen.  
  • Spüren Sie, wie gut Ihnen die Bewegung tut und konservieren Sie dieses Gefühl! Damit Sie es sich immer wieder in Erinnerung rufen können, gerade dann, wenn Sie einmal nicht sehr motiviert sind.
  • Visualisieren Sie Ihre Erfolge. Stellen Sie sich vor, welche Wohltat es für Ihren Körper ist, sich bewegen zu dürfen und wie Sie davon profitieren: durch ein besseres Körpergefühl, eine bessere Haltung und größere Beweglichkeit.
  • Schaffen Sie neue Gewohnheiten. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nach einigen Wiederholungen wird Ihr Körper Sie automatisch an sein neues Bewegungsbedürfnis erinnern. Etwa 40 Wiederholungen sind nötig, um neue Gewohnheiten zu etablieren.
  • Die Übungen sind aktive Auszeiten vom Alltag. Schaffen Sie feste Rituale zu festen Zeiten.
  • Belohnen Sie sich, wenn Sie eine Woche oder eine bestimmte Anzahl Übungseinheiten geschafft haben. Vielleicht mit einem neuen Sport-Shirt oder einem Kinobesuch.
  • Haben Sie Geduld mit sich und seien Sie nachsichtig, wenn es mal nicht so gut läuft.

Denken Sie daran, Sport baut Stress ab und Sie fühlen sich danach immer besser, egal ob lange intensive Einheiten oder ein moderates Training. Jede Bewegung zählt!

 

Quellen

http://www.vitanet.de/aktuelles/krebs/20180824-sport-in-der-krebstherapie

http://www.vitanet.de/aktuelles/krebs/20161111-sport-gegen-fatigue

http://www.mein-medizinportal.de/themenwelten/frauen-und-maennergesundheit/mit-sport-und-entspannung-gegen-fatigue_17638755.htm

Das könnte Sie auch interessieren:

Fünf Minuten Bewegung: Übungen für zu Hause

Gerade für Krebspatienten ist Sport eine wichtige Möglichkeit, positiv auf den Verlauf der Krankheit …

weiterlesen

Die richtige Ernährung | Im Interview mit Lydia Knauer

Lydia Knauer hat Ernährungswissenschaften im Bereich der klinischen Ernährung, sowie Biologie studiert. Als …

weiterlesen