Der richtige Umgang mit Lymphompatienten

Eine Lymphomerkrankung verändert die Lebenssituation aller Beteiligten. Als Angehöriger ist es schwierig abzuschätzen, wann der Betroffene Unterstützung braucht, Rat sucht oder wann mit dem Verhalten Distanz signalisiert wird. Wann soll man als Angehöriger eingreifen und wann überlässt man den Betroffenen besser sich selbst?

Im Laufe einer schweren Erkrankung verändern sich die Lebensgewohnheiten der ganzen Familie. Dies passiert meist unbewusst, da sich der ganze Alltag wandelt und der Betroffene für sich einen Umgang mit der neuen Situation finden muss. Häufig wissen die Personen im unmittelbaren Umfeld das Verhalten nicht richtig zu deuten.

Das Wichtigste: Zuhören

Die Suche nach dem „richtigen“ Umgang mit dem Betroffenen kann frustrierend sein, denn eine Anleitung dafür gibt es nicht. Manche teilen ihre Sorgen mit, andere scheinen alle Ängste und Sorgen mit sich selbst auszumachen. Gut gemeinte Ratschläge helfen hier selten weiter. Unterstützen Sie, indem Sie einfach zuhören und beistehen. Dies hilft oft mehr als tausend Worte. Zeigen Sie, was Sie fühlen, jedoch ohne jemanden zu kränken. Schämen Sie sich nicht gemeinsam zu weinen – es stärkt Ihren Zusammenhalt und gibt Kraft.

Für Angehörige

Finden Sie heraus, was dem Betroffenen Freude macht und welche Erinnerungen und Erlebnisse ein gutes Gefühl geben. Einen Kuchen backen, den die Oma früher gemacht hat, ein Film, der als Kind schon gern geschaut wurde, ein Spaziergang im Grünen oder im Regen. Probieren Sie etwas Neues aus

Im richtigen Moment eine Stütze sein

Fragen Sie bei Unsicherheit konkret, wie Sie unterstützen können. Es gibt viele Dinge, die Sie als Angehöriger übernehmen können. Beispielsweise stellt die Vorbereitung auf den Arztbesuch eine Hürde für viele Betroffene dar. Hier können Sie gemeinsam gezielt alle Fragen formulieren und aufschreiben, um sich gemeinsam für das kommende Gespräch vorzubereiten. Fragen Sie, ob Sie mit zum Arzt dürfen: Vier Ohren hören mehr als zwei. Somit erhalten Sie und Ihre Familie nicht nur Klarheit, sondern auch den Überblick, welche Dinge Sie als nächstes angehen können.

Geben Sie sich und anderen Zeit

Manchmal ist das Gefühl der Hilflosigkeit so groß, dass man sich dem nicht gewachsen fühlt. Es braucht Zeit, Strategien zu entwickeln und zu verinnerlichen. Geben Sie sich und dem Betroffenen diese Zeit. So schöpfen Sie Kraft, um sich auf positive Dinge im Leben zu konzentrieren.