Depressionen – Helfen und helfen lassen

Das Leben depressiver Menschen wird bestimmt durch negative Gefühle, Lust- und Antriebslosigkeit, Trauer oder mangelndes Selbstvertrauen. Depressionen können auch Menschen betreffen, die ehemals als lebensfroh und dynamisch galten – und sich nun abschotten und passiv verhalten. Doch nicht nur Betroffene durchlaufen eine schwere Zeit, auch nahestehende Angehörige und Freunde leiden mit.   

Der Umgang mit Depressionen ist für den Erkrankten selbst, aber auch für sein Umfeld eine große Herausforderung – gerade wenn es mit einer schweren Erkrankung wie einem Lymphom einhergeht. Als Angehöriger steht man oft vor neuen und ungewohnten Situationen. Dies kann ein Gefühl von Hilflosigkeit auslösen. Sich bewusst zu machen, dass sich das Verhalten des Betroffenen nicht gegen einen selbst richtet, kann schwer fallen. Wichtig ist jedoch, den Kontakt nicht zu verlieren. Aufeinander zugehen, zuhören und darin bestärken, fachliche Hilfe von Psychologen anzunehmen, ist schon ein großer Schritt, denn oft fehlt den Betroffenen der Antrieb, um diese Entscheidung alleine zu treffen. Als Angehöriger ist es nicht nur wichtig, dem Betroffenen Mut zu machen und zu Aktivitäten zu motivieren, sondern auch, sich selbst positive Erlebnisse zu verschaffen.

 

Unterstützung suchen

Scheuen Sie sich nicht, einen Arzt oder Therapeuten um Hilfe zu bitten, wenn Sie sich überfordert fühlen. Sie können Ihnen wertvolle Hinweise geben, die Sie im Umgang mit einem depressiven Angehörigen anwenden können. Auch Selbsthilfegruppen leisten in diesem Zusammenhang einen großen Beitrag. Denn diese sind nicht nur für die Betroffenen da, sondern unterstützen auch Sie als Angehörigen. Selbsthilfegruppen zeichnen sich durch ihre Erfahrung aus und können auf den individuellen Umgang mit den Betroffenen in Krisensituationen eingehen.

Den Menschen nicht verlieren

Aufgrund einer Depression verändert sich das Verhalten des betroffenen Menschen, der einem besonders nahe steht, häufig so sehr, dass man ihn womöglich nur schwer wiedererkennt. Die Machtlosigkeit bei einer Lymphomerkrankung und der daraus resultierenden Depression kann das Verhalten des Patienten selbst, aber auch sein unmittelbares Umfeld massiv einschränken.

Um dem geliebten Menschen hinter der Erkrankung nicht zu verlieren, werden Sie aktiv und überlegen, an welchen Dingen der Betroffene früher Freude hatte und welche Hobbys oder Aktivitäten besonders positive Gefühle ausgelöst haben – bringen Sie ihm diese zurück. Erinnern Sie sich gemeinsam daran, was den Menschen vor seiner Erkrankung ausgemacht hat. Seien Sie geduldig, denn solch ein Prozess benötigt Zeit und viel Kraft.

Auf Lebensqualität achten

Führen Sie sich und Ihrem erkrankten Angehörigen vor Augen, dass eine Depression kein Zeichen von Schwäche ist. Vor allem ist es keine Schwäche sich Unterstützung zu suchen, wenn man das Gefühl hat, aus dem eigenen negativen Gedankenkreis nicht herauszukommen – auch als nahestehender Angehöriger nicht. Verlieren Sie Ihre Lebensqualität nicht aus den Augen. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie sich als Angehöriger Zeit für sich nehmen und sich persönlich etwas gönnen. Somit bleiben Sie stark für den anderen. Schaffen Sie sich ein Netzwerk, auch unabhängig von dem erkrankten Angehörigen. Bleiben Sie aktiv – und holen Sie sich so Kraft und neue Lebensenergie.