B-Zell-Lymphome – Das lymphatische System und die Entstehung von Lymphomen

B-Zell-Lymphome gehören zu den häufigsten malignen, also bösartigen Krebsarten, die das Lymphsystem betreffen. Etwa 8 von 10 Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom sind daran erkrankt. Aber wie funktioniert das Lymphsystem? Und wie kommt es zu einer Krebserkrankung wie dem Lymphom? Die Antworten auf diese Fragen zu kennen, kann für Patienten hilfreich sein. Doch auch Ihnen als Angehörigen kann der Umgang mit Betroffenen leichter fallen, je mehr Sie über die Erkrankung wissen. Oft fragen sich Angehörige auch, ob ihr Risiko, selbst an einem Lymphom zu erkranken, erhöht ist.

Um zu verstehen, wie Lymphome entstehen, sind ein paar grundlegende Kenntnisse über unser Lymphsystem hilfreich. Das lymphatische System übernimmt wichtige Aufgaben in der Immunabwehr des menschlichen Körpers. Es hilft dabei, Eindringlinge und Krankheitserreger, wie etwa Viren und Bakterien, aber auch Krebszellen zu bekämpfen. Die Lymphbahnen durchziehen, ähnlich wie die Blutgefäße, den ganzen Körper. Durch sie transportiert die Lymphflüssigkeit Lymphozyten in alle Winkel des Körpers.

Lymphknoten und Lymphozyten – ein starkes Team

Lymphozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen und lassen sich in B-Zellen und T-Zellen unterteilen. Beide Zelltypen sind dafür zuständig, den Körper vor Krebs und anderen Krankheiten zu beschützen. Besonders viele Lymphozyten finden sich in den Lymphknoten. Dort werden die Krankheitserreger gefiltert und die Lymphozyten gesammelt, bevor sie zurück ins Blut gelangen. 
Lymphknoten befinden sich an unterschiedlichen Stellen im Körper, wie am Hals, an den Achseln oder im Leistenbereich. Vielleicht haben Sie bei einer Entzündung im Hals selbst schon schmerzhaft geschwollene Lymphknoten bei sich bemerkt?

Wie B-Zell-Lymphome entstehen

Laut Definition steht „Krebs“ für verschiedene Erkrankungen – allen gemein ist aber das Vorhandensein eines Tumors. Ein Tumor besteht aus Zellen, die eine genetische Veränderung, eine Mutation, aufweisen und sich deshalb unkontrolliert teilen und vermehren. Bei einem B-Zell-Lymphom sind es die B-Zellen, die sich unkontrolliert vermehren und nicht absterben, wie es sonst üblich ist. Die B-Zellen werden zusammen mit den anderen Lymphozyten in den Lymphknoten gesammelt. Ein typisches Symptom für einen Befall ist deshalb ein schmerzloses Anschwellen des Lymphknotens.

Risikofaktoren für die Entstehung

Wie es dazu kommt, dass die Zellen eine Mutation aufweisen, ist bislang unbekannt. Auch die möglichen Risikofaktoren sind noch nicht alle geklärt. Beim follikulären Lymphom und bei der chronischen lymphatischen Leukämie sind einer der Risikofaktoren organische Lösungsmittel (z. B. Benzol). Auch die Frage, ob die Erkrankung vererbbar ist, wurde nur bei der CLL nachgewiesen. Dabei ist aber das absolute Erkrankungsrisiko der Angehörigen niedrig. 
Wichtig zu wissen ist aber: Ein erhöhtes Risiko bedeutet natürlich nicht, dass die Krankheit auch auftritt. Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil und die Signale Ihres Körpers.